Dooring

Leider habe ich keinen so knappen und adäquaten Titel im Deutschen gefunden. Türing ist denglish und erinnert an ein Bundesland. „Fahrrad vs. Autotür“ wäre eine Alternative, aber das trifft es auch nicht. Über Kommentare zur Wortfindung bin ich dankbar. Dooring im englischen Wikipedia.

Ihr wisst auf jeden Fall was ich meine: Ein Autofahrer öffnet unbedacht die Türe und der vorbeifahrende Fahrradfahrer fährt in die geöffnete Tür. Es ist meist schmerzhaft und endet manchmal glimpflich, manchmal sogar tödlich.

Und es ist unnötig und vermeidbar:

  • Als Auto/KFZ-Insasse: Vorher schauen, ob jemand kommt
  • Als Radfahrer: Immer eine Autotürbreite Abstand von den Autos halten. Das sind lt. Gerichtsurteilen (vgl. LG Berlin, Az. 24 O 466/95, OLG Karlsruhe, Az. 10 U 283/77) bis zu 2m, in der Regel aber mindestens 1,5m!

An Möglichkeit zwei muss ich immer wieder denken, wenn ich die Volksgartenstraße in Köln entlang fahre. Links und rechts zugeparkt mit Auto, immer wieder unterbrochen durch Einmündungen mit Rechts-vor-Links. Neulich sah ich folgendes:

20140410-205614.jpg

Ich kenne weder die Geschichte dahinter, noch den Ausgang oder das Befinden des/der Radfahrers/in. Aber ich sehe täglich, dass sich Radfahrer schwer damit tun

  • die Gefahr durch Autotüren einzuschätzen
  • den nötigen Abstand abzuschätzen und einzuhalten
  • den Abstand auch dann noch einzuhalten, wenn hinter ihnen ein Auto nähert

Mir ist es auch schon an der selben Stelle passiert, dass meine Frau oder ich angehupt und bedrängt wurden. Ich halte dann an und versuche ruhig zu bleiben und den Kampfautofahrern klar zu machen, dass ich das nicht mache, um sie zu ärgern, sondern meiner zu meiner eigenen Sicherheit. Das Reaktionsspektrum reicht weit: Von penetrantem Weiterhupen, über offene Androhung von Gewalt oder stoischem Ignorieren. Verständnis gibt es leider viel zu wenig, selbst von Frauen mit Kindern an Bord.

Hiermit wünsche ich mir von der Stadt Köln und dem Fahrradsonstwas, dass auf solchen Straßen nach jeder Einmündung ein Piktogramm auf der Fahrbahn prangt, dass sagt: Abstand halten von den Autotüren! Erlaubt!

Danke

Ring-Radweg

Neulich fuhr ich auf der Fahrbahn auf dem Kölner Ring vom Zülpicher Platz Richtung Rudolfplatz, wo mich doch dann glatt jemand neongelb-bewestetes von der Rennleitung aus dem Verkehr zog. Ich nenne die Kernpunkte:

  • Radwege sind nur zu meinem eigenen Schutz da. Gegenargument, dass genau dort an Kreuzungen die Unfälle passieren zählt nicht.
  • Ich werde nur zu meinem eigenen Vorteil auf den benutzungspflichtigen (da müsste am Ring mal ein Gericht drüber entscheiden!) Radweg gezwungen. Um „volkswirtschaftlichen Schaden“ abzuwenden. Die Versicherung zahlt angeblich weniger, wenn ein Unfall passiert und ein Radweg da gewesen wäre. Gegenargumente, dass ich bei Dooring 50% Teilschuld trage und der Radweg nicht zumutbar ist (Steine fehlen im Pflaster) zählen nicht.
  • Mein Argument, dass Baustellen nicht rechtzeitig angekündigt werden und der Radweg nicht auf die Fahrbahn geleitet wird und ich daher gleich auf der Fahrbahn fahre zählt auch nicht: Ich kann ja schieben. Außerdem gibt es gar keine Verwaltungsvorschrift, die o.g. Vorgehen bei Baustellen vorschreibt. Ich wollte ihm eine E-Mail dazu schreiben, aber wahrscheinlich hat er meine Karte verlegt. Falls Sie mitlesen: Hier und vor allem hier gibt es Information dazu.
  • Auf meine Frage, warum nicht im Kreuzungsbereich kontrolliert wird, reagiert er beleidigt. Dort wird schließlich regelmäßig kontrolliert…

Gestern dann folgende Situation am Ring Ecke Im Klapperhof warte ich hinter einigen Autos auf grün, um aus dem Klapperhof auf den Ring abzubiegen. Deswegen merke ich leider viel zu spät, dass der rechtsabbiegende Autofahrer den Fahrradfahrer, der nun schimpfend auf dem Boden liegt und weiter danach fährt, schneidet und weiter fährt.

Fazit
Liebe Polizei, ich schätze eure Arbeit. Ich kann mir vorstellen wie ihr tickt, wie ihr euch fühlt. Dass ihr von oben drangsaliert werdet und in diesem hierarchischen und antiquierten Preußensystem regelmäßig vor die Wand rennt. Aber obiges Beispiel zeigt, warum ich manche Regeln ignoriere. Warum ich euch bemitleide für solche Situationen; Ich könnte das nicht, so einen Sch*** verzapfen (müssen) und abends ruhig schlafen.